Was war los in Hohehorst?

Astrid Felguth
Mabuse-Verlag

Alter: ab 14 /WMLesbarkeit: einfach /Textumfang: L (112 Seiten)

In der Zeit des Nationalsozialismus gab es in Deutschland neun Lebensborn-Heime, wo ledige Mütter "arische" Kinder bekommen sollten, und Kinderfachabteilungen, in denen etwa 5.000 Kinder ermordet wurden. Der Rassismus des Lebensborn-Ideals und die Grausamkeit der Kinderfachabteilungen sind schwer zu begreifen.
"Was war los in Hohehorst"? macht die Zeit des Nationalsozialismus anschaulich: Was waren Lebensborn-Heime? Und was geschah mit behinderten Menschen?
In Leichter Sprache erzählt das Buch die fiktive Geschichte zweier Frauen: Anni wird 1944 schwanger in das Heim bei Bremen aufgenommen. Und Lisa macht 1977 im leerstehenden Haus Hohehorst eine Entdeckung. Das Buch ist besonders für inklusive Gruppen in Bildungseinrichtungen, für Erwachsene und Schulen konzipiert. Damit verschiedene Menschen miteinander über den Nationalsozialismus sprechen können.
Quelle: Mabuse- Verlag

Leseempfehlung

von Sabine Kruber

In Was war los in Hohehorst? geht es um die Lebensborn-Heime der Nationalsozialisten und um die Frage, was mit behinderten Menschen geschah. Astrid Felguth erzählt in einem halbdokumentarischen Stil in leichter Sprache die fiktive Geschichte von Anni, die 1944 in dem Lebensborn-Heim Hohehorst lebte, dort ein behindertes Kind bekam und über ihre Zeit in dem Heim ein Tagebuch führte. 1977 fand die junge Lisa dieses Tagebuch und erfuhr somit von Annis Schicksal. Anni und Lisa sind fiktiv. Ansonsten hält sich die Autorin, die aus der Nähe von Hohehorst stammt, an die historischen Fakten. Jedoch reißt das Buch das Thema Nationalsozialismus, Lebensborn-Heime und den Umgang mit Behinderten im 3. Reich nur an. Es eignet sich daher sehr gut für den Einstieg in die Thematik.
Das Buch richtet sich an inklusive Lesegruppen und kann auch als Schullektüre oder in der Erwachsenenbildung gelesen werden.
Soll das Buch selber gelesen werden, sollten die Leser mit einer einfachen Lesbarkeit schon gut zurechtkommen. Besonders empfehlenswert ist dieses Buch für Menschen mit kognitiven Einschränkungen, Demenz und Einschränkungen im Sprachverständnis, bzw. mit einer eingeschränkten Merk- und Aufmerksamkeitsspanne. Der Inhalt wird stark redundant wiedergeben. Schlüsselaussagen wiederholen sich mehrfach.
Wichtige und schwere Wörter sind blau geschrieben und werden im Text erklärt. Rote Wörter haben eine schlimme Bedeutung.
Für Menschen im Leseerwerb, die keine oder nur geringe Probleme mit dem Lesesinnverständnis haben, könnte das Buch schon zu redundant sein.
Der Text ist in einer etwas größeren, serifenlosen Schrift gesetzt, bei der sich leider das große /I/ und das kleine /l/ nicht voneinander unterscheiden lassen.
Die Zeilenabstände sind etwas weiter. Die Absätze im linksbündigen Flattersatz sind übersichtlich und gut voneinander abgesetzt.
Das Buch gibt es auch als E-Book.

Fazit: Was war los in Hohehorst? bietet einen guten Einstieg in das Thema Nationalsozialismus/ 3. Reich, Lebensborn-Heime und den Umgang mit Behinderten unter den Nationalsozialisten. Es eignet sich für den Einsatz in inklusiven Gruppen. In der Erwachsenenbildung/ Alphabetisierungskurse ist das Buch dann empfehlenswert, wenn Leser noch große Schwierigkeiten mit dem Lesesinnverständnis haben. Eher weniger geeignet, ist dieses Buch für Leser im Leseerwerb mit einem guten Lesesinnverständnis.

 

 

 

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