Das kleine Böse Buch

Magnus Myst
Ueberreuter Verlag

Alter: ab 8 /WM/Lesbarkeit: einfach /Textumfang: L (128 Seiten)

Hey, du! Ja, du! Schnell! Schlag mich auf und fang an, mich zu lesen! Bitte! Ich brauche dich, um ein richtig böses Buch zu werden. Als Versuchskaninchen, verstehst du? Aber sei gewarnt, ich bin nichts für kleine Angsthasen und Hosenscheißer. Meine Rätsel und Geschichten sind richtig fies. Und wenn du nicht aufpasst, bleibst du für immer in mir gefangen.
Aber du siehst mir wie ein toller Leser aus! Du traust dich doch, mich zu lesen, oder?
Quelle: Ueberreuter Verlag

Leseempfehlung

von Sabine Kruber

Das kleine böse Buch steht zwischen all den großen bösen Büchern und möchte gerne auch mal so ein großer, abgegriffener böser Wälzer mit Eselsohren werden. Aber böse werden, ist gar nicht so einfach. Dafür braucht es vor allem Opfer – also Leser. Seinen Lesern muss es etwas klauen – zum Beispiel die Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit dem Leser muss es etwas Verbotenes tun – zum Beispiel lügen. Natürlich wäre das kleine böse Buch nicht böse, wenn es seine Leser nicht auch reinlegen und in seinen Buchkerker werfen würde. Im Buchkerker sitzt übrigens schon Finster. Finster ist an den kniffeligen Rätseln gescheitert und nun hofft er, dass der nächste Leser ihm hilft, wieder herauszukommen.
Aber so richtig böse wird das kleine böse Buch erst dann sein, wenn es in der Lage ist, seinem Leser eine besonders gruselige Geschichte zu erzählen – so gruselig, dass der Leser ... nein, das wird nicht verraten.
So ein kleines böses Buch wird natürlich nicht von vorne nach hinten gelesen. Der Leser muss zwischen den Seiten hin- und herspringen und dabei darf er sich natürlich nicht verirren oder schlimmstenfalls im Kerker landen. Aber die Aufgaben, die das kleine böse Buch dem Leser stellt, sind schon ganz schön kniffelig und natürlich gemein – klar, wie sonst sollte das kleine böse Buch sonst richtig böse werden? Man muss schon sehr genau schauen und lesen, sonst landet man – schwupps im Kerker.
Dabei möchte man das kleine böse Buch eigentlich richtig gerne haben. Schon das Cover ist einfach nur zum Knuddeln. Und dann spricht das kleine böse Buch auch noch so nett mit seinem Leser. Es versucht sich natürlich verzweifelt Freundlichkeiten wie Bitte und Danke abzugewöhnen und stattdessen ordentlich zu fluchen, aber so ganz klappt das noch nicht. Naja, aber die Geschichten, die es erzählt, sind schon ziemlich gruselig und gemein.
Neben dem tollen Cover gibt es in dem Buch auch viele farbige und zum Teil unheimliche Illustrationen. Sie unterstützen nicht nur das Lesesinnverständnis, sondern gemeinsam mit den weiteren Zeilenabständen, der etwas größeren Serifenschrift und der imitierten grünen Handschrift, wirkt das ganze Textbild sehr aufgelockert. Hin und wieder sind Wörter im Textfluss größer geschrieben und auf einigen Seiten stehen nur wenige Wörter oder Sätze – meist dann ganz groß geschrieben. Die Schriftfarbe ist schwarz oder grün und bei sehr dunklem Hintergrund weiß. Eventuell können die Farbkontraste bei Lesern, die Probleme mit der visuellen Wahrnehmung und Verarbeitung haben, irritierend wirken. Die Lesbarkeit schwankt zwischen den einzelnen Textteilen, tendiert aber überwiegend zu einer einfachen Lesbarkeit. Insgesamt liegt der Textumfang bei L, jedoch sind viele Textteile in sich abgeschlossene kürzere Geschichten, die nur über ein paar Seiten gehen. So ist dieses Buch auch für Kinder mit einer geringeren Aufmerksamkeitsspanne geeignet.
Besonders zu empfehlen, ist dieses Buch auch für Kinder, die dazu neigen, oberflächlich und flüchtig zu lesen. Das Buch erfordert ein aufmerksames Lesen, was der Leser sehr schnell selbst bemerkt, spätestens, wenn er das erste Mal vom kleinen bösen Buch reingelegt wurde.

Fazit: Das kleine böse Buch ist ein sehr aktiver Lesespaß, der es auch schafft, den größten Lesemuffel ans Lesen zu bringen.

 

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