Ohne ABC besser lesen

Günther Thomé & Dorothea Thomé
Institut für sprachliche Bildung (isb) Verlag

Alter: ab 4/WM/ Lesbarkeit: Lesestart/
Textumfang: Buchstaben (44 Seiten)

 

Ohne ABC besser lesen?
Ja! Zusammen mit dem ABC und herkömmlichen Anlauttabellen werden den Kindern häufig die Buchstabennamen beigebracht. Und das Vermeiden von Buchstabennamen ist besonders bei den Vokalen sehr wichtig. Im Deutschen gibt es nämlich insgesamt 16 Einzelvokale und 3 Zwielaute (ei, au und eu), aber nur 8 Vokalbuchstaben, nämlich A, E, I, O, U, Ä, Ö und Ü.
Wenn man Wörter lautlich gliedert und bei den Vokalen nur die Buchstabennamen spricht, verfälscht man die Lautform erheblich. Wenn wir dagegen die korrekten Lautwerte vorgeben, erleichtern wir den Kindern das Lesen und Schreibenlernen entscheidend. ... Quelle: Institut für sprachliche Bildung (isb) Verlag
Leseempfehlung

von Sabine Kruber

Ohne ABC besser lesen. Das ist zunächst mal ein provokanter Titel. Aber keine Sorge, es geht nicht darum, dass man Kindern zukünftig das Lesen und Schreiben ohne Buchstaben beibringen soll.
Es geht viel mehr darum, dass man Kindern die Laut-Buchstabenzuordnung von Anfang an richtig präsentiert. Die Präsentation der Laut-Buchstabenzuordnung geschieht in der Regel heutzutage durch Anlauttabellen. Fast jeder Erstklässler kennt sie und arbeitet mit ihnen.
Leider finden sich in Anlauttabellen häufig Fehler, die dazu führen, dass Kinder sich die Laut-Buchstabenzuordnungen falsch einprägen. Solche fehlerhaften oder irreführenden Anlautbilder sind z.B. Igel, Vogel oder Yak.
In Ohne ABC besser lesen haben Günther und Dorothea Thomé, Anlaut- und Lautbilder sorgsam zusammengestellt. Dabei präsentieren sie nur häufige und regelhafte Laut-Buchstabenverbindungen. Dieses Prinzip „Häufiges zuerst, Seltenes später", entspricht dem von den Autoren entwickelten Basiskonzept®. Kinder, die mit diesen Laut-Buchstabenbildern arbeiten, prägen sich die Zuordnung auf diese Weise von Anfang an korrekt ein.

Pro Seite findet sich immer ein Beispiel für eine Laut-Buchstabenzuordnung, z.T. auch mit mehreren Wortbeispielen, die den Buchstaben bzw. die Buchstabenfolge nicht nur im Anlaut, sondern ggf. auch im Inlaut oder Auslaut zeigen. Bei jedem Bild steht auch immer das geschriebene Wort in Großbuchstaben. Zusammengehörende Buchstaben, die für einen Laut stehen, sind enger zusammengerückt und dadurch gut als Einheit zu erkennen.
Der Buchstabe oder die Buchstabenverbindung, um die es auf einem Bild geht, ist überdies farblich abgesetzt.
Besonders viel Wert legen die Autoren auf die korrekte Lautierung der Buchstaben und besonders auf die Differenzierung langer und kurzer Vokale. Kurze Vokale werden mit dem kleinen Bild eines Schnellzugs markiert. Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass der Vokal im entsprechenden Wort unbedingt auch kurz ausgesprochen werden muss und nicht gedehnt wird, wie es leider noch häufig auch im Unterricht geschieht. Dehnt man die Vokale, obwohl sie kurz sind, verhindert man, dass Kinder eine Sensibilität für die unterschiedlichen Vokallängen entwickeln. Dies hat dann später vor allem beim Schreiben Auswirkung, z.B. auf die Konsonantenverdopplung.

Zu dem Heft kann man außerdem eine praktische Anlauttabelle für Schüler kaufen, was sehr zu begrüßen ist, da das Heft zum Arbeiten etwas unhandlich ist.
In dem Heft gibt es fast ausschließlich nur die Laut-Buchstabenbilder und nur am Ende ist eine einzige Aufgabe zu finden, bei der man Fantasietieren Namen geben kann. Daher sollte man wissen, wie man die Bilder einsetzen kann. Hier empfehle ich, sich auf das Wortmaterial aus dem Basiskonzept® zu stützen. Die sich an dieses Heft anschließenden Lesehefte sind hierfür sehr gut geeignet.

Folgende Aufgaben bieten sich im Zusammenhang mit den Bildkarten außerdem an:

Reimwörter zu einem vorgegebenen Wort suchen:
Dies eignet sich neben der Förderung der phonologischen Bewusstheit auch besonders gut, um sich auf die Vokale zu konzentrieren. -> Dach, Bach, Schach.

Wörter mit gleichem Anlaut suchen.
Hierfür kann man unter die Jäger und Sammler gehen und Bilderbücher, Zeitschriften und Prospekte durchforsten. Mit den Bildern aus Prospekten kann man auch zu jedem Anlaut Collagen erstellen. Der Vorteil von solchen Übungen ist, dass die Kinder den Einfluss der nachfolgenden Laute auf den fokussierten Anlaut gleich mitlernen (Koartikulation).
Zusätzlich kann man natürlich auch eine bestimmte Koartikulation (z.B. von Konsonantenverbindungen) thematisieren.

Lustig, jedoch auch schon etwas anspruchsvoller ist es, einen Satz zu bilden, bei dem jedes Wort mit demselben Anlaut beginnt: Dirk dankt dunklen Drachen.

Natürlich kann man mithilfe der Lautbilder auch erste Wörter lesen und schreiben. Anregungen hierzu findet man z.B. in den sich anschließenden Leseheften. Beim Schreiben sollte auf alle Fälle darauf geachtet werden, dass man Kindern nur Wörter mit einer regelhaften Schreibweise (siehe Basiskonzept) anbietet.

Fazit: Mit diesen Lautbildern ist man auf alle Fälle auf der sicheren Seite. Hält man sich an die Anleitungen aus dem Basiskonzept, läuft man nicht Gefahr, den Kindern einen falsche Laut-Buchstabenzuordnung beizubringen. Allerdings muss man sich bei diesem Heft im Klaren sein, dass hier keine weiteren Aufgaben enthalten sind. Natürlich kann man die Lautbilder für eigene Aufgaben benutzen. Wer sich jedoch bei der korrekten Laut-Buchstabenzuordnung selber unsicher ist, sollte auf das vorhandene Material aus dem Basiskonzept® zurückgreifen.

Dieses Buch wurde mir vom Institut für sprachliche Bildung als kostenfreies Prüfexemplar zugesandt.


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