Dann

Band 2
Morris Gleitzman
Carlsen Verlag

Alter: 11-99 /WM/ Lesbarkeit: einfach - normal /Textumfang: XXL (224 Seiten)

"Dann" erzählt die Geschichte von Felix und Zelda aus "Einmal" weiter. - Mit einem mutigen Sprung konnten sich Felix und Zelda aus dem Todeszug der Nazis retten. Doch in Sicherheit sind die Kinder deshalb noch lange nicht. Denn wie sollen sie ohne Hilfe überleben? Und wem können sie vertrauen, wenn es so viele Menschen gibt, die sie gegen eine Belohnung ausliefern würden? Zum Glück begegnen die beiden der Bäuerin Genia, die sie zu sich nimmt. Mit gebleichtem Haar und neuen Namen leben Felix und Zelda auf ihrem Hof, immer auf der Hut vor den Nazis und misstrauischen Nachbarn. Doch Felix ahnt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis er als Jude erkannt wird. Und das wäre nicht nur sein Ende, sondern auch das von Genia und Zelda. Felix sieht nur einen Ausweg: Obwohl er versprochen hat, das nie zu tun, muss er Zelda verlassen. Quelle: Carlsen Verlag

Leseempfehlung

von Sabine Kruber

Dann knüpft nahtlos an Band 1 an. Die Geschichte von Felix und Zelda ist spannend und traurig zugleich. An manchen Stellen ist sie nur schwer zu ertragen, denn Morris Gleitzman beschönigt nichts und verschweigt auch nichts. Und das macht dieses Buch so authentisch, auch wenn die Geschichte von Felix und Zelda erfunden ist.
Die beiden Kinder sind nur knapp dem Todeszug der Nazis entkommen und irren nun durch Polens Wälder, bis sie von der Bäuerin Genia gefunden werden, die sie unter ihre Obhut nimmt und sie, "in der Öffentlichkeit" unter den Namen Wilhelm und Violetta versteckt.

Die kindliche Naivität, mit der Felix sich in Band eins so einiges erklärt hat, um der schrecklichen Realität nicht in die Augen sehen zu müssen, ist verschwunden. Er weiß nun, wen er vor sich hat, und dass ihm ein Recht auf Leben abgesprochen wird, so wie den jüdischen Waisenkindern, welche die Nazis mitten im Wald erschossen haben, weil sie ihr Waisenhaus für die HJ haben wollten.
Felix fühlt sich für die 6-jährige Zelda verantwortlich. Beide Kinder müssen nicht nur mit der ständigen Angst leben, entdeckt zu werden, sondern kämpfen außerdem mit dem traumatischen Verlust der Eltern. Und so schwören sie sich gegenseitig, eine Familie zu sein. Während Felix jedoch einen gewissen Trost darin findet, seine Eltern in guter Erinnerung zu behalten, so bleibt Zelda nicht einmal dieser Trost. Ihre Eltern waren Nazis. In Zelda tobt ein heftiger Konflikt. Sie gibt vor, ihre Eltern zu hassen und ab jetzt lieber eine Jüdin sein zu wollen. Die Gefahr kann sie noch nicht richtig einschätzen. So streckt sie Nazis die Zunge raus und bringt sich, Felix und Genia dadurch in Gefahr. Felix wächst über sich hinaus, als er versucht der traumatisierten Zelda zu helfen.

Dann wirft bestimmt genauso wie Einmal viele Fragen auf. Die Anforderungen an das Lese-Sinn-Verständnis sind recht hoch. Die Geschichte muss im historischen Kontext betrachtete werden und der Leser muss sich in die traumatisch belasteten Kinder hineinversetzen können. Schon während des Lesens entsteht ganz bestimmt Gesprächsbedarf. Gerade deshalb eignet sich die Geschichte sehr gut als Klassenlektüre. Hinzu kommt eine einfache-normale Lesbarkeit, was ungeübten Lesern entgegenkommt.
Da das Buch eine Serifenschrift hat, und die Schrift weder größer noch die Zeilenabstände weiter sind, empfehle ich Lesern, die Probleme mit der visuellen Wahrnehmung und Verarbeitung haben das E-Book.

 

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