E-Reader erleichtern das Lesen

E-Books sind für Menschen eine Erleichterung, wenn sie beim Lesen Probleme mit der visuellen Wahrnehmung und Verarbeitung haben. Spielend leicht lassen sich Schriftart und Größe auf die Bedürfnisse des jeweiligen Lesers einstellen. Mittlerweile gibt es sogar spezielle Fonts, welche die Bedürfnisse legasthener Leser besonders berücksichtigen.

E-Books auf E-Readern aber auch Anwendungen zum Lesen lernen und üben, auf Smartphones, Computern und Tablet-PCs sind außerdem ungemein motivierend. Somit eignen sie sich besonders gut für Menschen, die ansonsten keine oder kaum Interesse fürs Lesen zeigen oder die vom herkömmlichen Lesen frustriert sind, weil es ihnen schwerfällt.

Will man nun E-Books lesen, stellt sich also die Frage: auf welchem Gerät? Bevor es um technische Details geht, sollte man sich, wenn die E-Books von Menschen mit Leseschwäche gelesen werden, zunächst über ein paar grundlegende Dinge im Klaren sein.

Das spricht für einen E-Reader

Der Leser hat Probleme mit den Spieglungen, die bei farbigen Displays evtl. auftreten können oder ein farbiges Display ermüdet ihn beim Lesen schnell.

Für einen E-Reader spricht ebenfalls, wenn der Leser sich beim Lesen schnell ablenken lässt, vor allem von anderen Features, aber auch von zu bunten Reiz überflutenden Darstellungen.

Für Leser mit kognitiven Einschränkungen kann die sehr einfache Bedienbarkeit (vom Hochladen der Bücher einmal abgesehen) durchaus auch Vorteile haben.

Dann gibt es natürlich noch allgemeine Überlegungen, die für einen E-Reader sprechen, die mit einer Leseschwäche nichts zu tun haben. Mit einem E-Reader kann man auch draußen bei hellem Sonnenlicht lesen, was mit einem normalen farbigen Display kaum möglich ist. Ein E-Reader ist sehr energiesparend. Er läuft im Schnitt zwei bis vier Wochen, bevor er wieder aufgeladen werden muss. Das hängt natürlich auch davon ab, wie häufig man ihn benutzt.

Für ein anderes Lesegerät sprechen folgende Überlegungen

Lesegeräte wie Computer, Smartphones und Tablet-PCs haben farbige Displays. Es gibt weitere Anwendungen. Multimediale Literatur arbeitet auch oft mit kleinen Spielen oder Filmen. Übers Web kann man sich mit anderen Lesern austauschen. Der Motivationsfaktor dieser Geräte ist sehr hoch.

Leser, die gerade erst mit dem Lesen beginnen, können außerdem davon profitieren, dass sich Silben einfärben lassen, bzw. es diesbezügliche Leseangebote gibt. Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Lese-Lernapps.

Wenn sich der Leser nicht durch einen evtl. spiegelnden Bildschirm irritieren lässt oder schnell ermüdet und sich durch die zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten auch nicht vom Lesen ablenken lässt, spricht nichts gegen ein solches Lesegerät.

Weitere Infos zu den Themen E-Books, Reader, legastheniefreundliche Schriftfonts:

Broschüre vom EÖDL: Schriftarten für legasthene Menschen

Legastheniefonts für E-Reader finden Sie unter:

dyslexiefont.com

Open dyslexic

Auf www.abcund123.de gibt es eine sehr gute Übersicht über empfehlenswerte Lese-Lernapps.

2013: Untersuchung an der amerikanischen Harvarduniversität zum Thema E-Reader und Dyslexie (Legasthenie), die sich in der Online-Fachzeitschrift Plos One nachlesen lässt.

Zum Thema Lese-Motivation und E-Reader: Hierzu hat das Institut für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen bereits 2011 eine Studie vorgelegt.

 

 

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