Nimmerlands Fluch

Salome Fuchs
Drachenmond Verlag

Alter: Jugendliche und Erwachsene /WM/Lesbarkeit: normal /Textumfang: XXL (244 Seiten)

Was wäre, wenn alles, was du in deiner Kindheit über Peter Pan gehört hast, eine einzige Lüge ist?
Peter Pans Macht knechtet nicht nur Nimmerland – auch in die Menschenwelt gelangt er immer wieder, um sich dort von Kinderseelen zu ernähren.
Es gibt nur einen Ausweg aus diesem Albtraum: Fay.
Doch die kann nicht glauben, dass sie es sein soll, die Pan besiegen wird. Und hinter jeder Ecke scheint ein Geheimnis zu lauern, das darauf wartet, seine spitzen Krallen tief in das Fleisch der ahnungslosen Opfer zu schlagen.
Quelle: Drachenmond Verlag

Leseempfehlung

von Sabine Kruber

Nein, in diesem Buch ist Peter Pan nicht der nette Junge aus Nimmerland, der nicht groß werden will. In dieser Adaption der bekannten Geschichte ist Peter Pan ein finsterer Dämon, der sich von Kinderseelen ernährt und alle in Nimmerland und auch in unserer Welt knechtet. Die Autorin Salome Fuchs geht bei der Beschreibung dieser dämonischen Szenen nicht gerade zimperlich vor, das Buch ist also eher nichts für schwache Nerven, aber ansonsten für jeden, der gerne Adaptionen bekannter Geschichten liest.
Jedoch geht es nicht nur düster in Nimmerland zu. Die Autorin hat die Welten, die sie beschreibt, sehr schön und detailreich gestaltet. Im Laufe der Geschichte tauchen viele Figuren auf, die aus der Originalgeschichte bekannt sind, nun aber doch ganz andere Charaktere haben. So ist zum Beispiel auch Wendy auf die dämonische Seite gewechselt.
Die Hauptfigur in diesem Buch ist jedoch die 14-jährige Fay. Fay ist ein Mädchen mit vielen Selbstzweifeln. In der Schule ist sie schlecht und ihre Adoptiveltern sind alles andere als liebevoll. Daher kann sie es zunächst auch kaum glauben, dass sie diejenige ist, die laut Prophezeiung Peter Pan besiegen wird. Doch Fay wächst mit ihren Aufgaben und wird auch selbstbewusster. Am Ende reift in ihr u.a. die Erkenntnis, dass niemand von Beginn an böse ist, nicht einmal das Böse selbst.
Das Buch hat ein rasantes Erzähltempo, ein Ereignis reiht sich an das andere. Dabei bleibt der Erzählstil sehr gradlinig. Am Anfang kommt es zu mehreren Perspektivwechseln, überwiegend wird die Geschichte aber aus Fays Perspektive erzählt. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist die Erzählzeit im Präsens. Hat man sich aber erst mal eingelesen, fällt dies gar nicht mehr auf.
Salome Fuchs hat hier ein wundervolles Debüt geschrieben. Im Anhang des Buches erfährt man, dass sie erst im Erwachsenenalter Lesen und Schreiben gelernt hat. Heute ist sie nicht nur Autorin, sondern auch Lerner-Expertin und eine von der Aktion Mensch geförderte Inklusionsbotschafterin.
Der Text weist eine normale Lesbarkeit auf. Aufgrund der einfachen und gradlinigen Erzählweise eignet sich die Geschichte hervorragend für Leser, die der einfachen Lesbarkeit entwachsen sind und die sich nun umfangreicheren Büchern mit einer normalen Lesbarkeit zuwenden wollen.
Das Buch unterteilt sich in 32 Kapitel, die unterschiedlich lang sind und alle mit Überschriften versehen sind. Die kürzesten Kapitel bestehen aus drei Seiten.
Die Serifenschrift und die Zeilenabstände haben eine normale Größe. Wer Schwierigkeiten mit der visuellen Wahrnehmung und Verarbeitung hat, dem empfehle ich das E-Book.
Die Seiten werden durch einen illustrierten Rahmen etwas aufgelockert. Hin und wieder werden Absätze mit kleinen Schmuckelementen illustriert. Ansonsten gibt es in dem Buch jedoch keine Illustrationen.

Fazit: Für alle Leseratten, die es gerne etwas düster und dämonisch haben. Fantasy vom Feinsten.


 

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