Das letzte Einhorn

Peter S. Beagle
Verlag Klett-Cotta

Alter: 10-99 /WM/Lesbarkeit: normal /Textumfang: XXL (304 Seiten)

Durch Zufall hört das letzte Einhorn, dass es das Letzte seiner Art ist und dass die anderen Einhörner vom roten Stier vertrieben wurden. Gemeinsam mit dem gänzlich unbegabten Zauberer Schmendrick und der Räuberbraut Molly Grue macht sich das letzte Einhorn auf zum Hof von König Hagard, seine Gefährten zu suchen. Quelle: Verlag Klett-Cotta

Leseempfehlung

von Sabine Kruber

Wer kennt nicht den Zeichentrickfilm Das letzte Einhorn? Vor allem in der Weihnachtszeit sieht man ihn häufig im TV. Dabei hat die Geschichte überhaupt nichts mit Weihnachten zu tun. Weniger bekannt ist jedoch, dass dem Film eine zauberhafte Literaturvorlage zugrunde liegt. Peter S. Beagle schrieb Das letzte Einhorn bereits 1961. Verfilmt wurde es 1982.
Das vorliegende Buch enthält zwei Bände. Dem ursprünglichen Roman folgt eine Fortsetzung – Zwei Herzen. Diese kurze Geschichte schrieb Peter S. Beagle 2005. Ein Jahr später wurde er für die Fortsetzung mit dem Hugo-Award, einem Lesepreis im Bereich Science-Fiction und Fantasy ausgezeichnet.
Der Autor erzählt die Geschichte des letzten Einhorns in einem märchenhaften Stil. Die Sprache ist wunderschön, wenn auch nicht ganz einfach.
Das Einhorn lebt alleine in seinem Wald. Darüber hat es sich nie groß Gedanken gemacht, bis zu dem Tag, an dem es erfährt, dass es das letzte Einhorn auf Erden sein soll. Kann das sein? Es macht sich auf die Suche nach seinen Gefährten. Unterwegs begegnet es Schmendrick, einem drittklassigen Zauberer und der Räuberbraut Molly Grue. Am Hofe König Hagards erfahren sie, was wirklich mit den Einhörnern passiert ist.
Der Nachfolgeband Zwei Herzen wird aus der Perspektive der neunjährigen Sooz erzählt. Der Ton ist hier ein ganz anderer als im letzten Einhorn, da aus einer kindlichen Perspektive heraus erzählt wird.
Sooz ist auf dem Weg zu König Lir. Er muss ihr helfen, denn ihr Dorf wird von einem schrecklichen Greif heimgesucht. Auf ihrem Weg zum König begegnet sie Schmendrick und Molly Grue. Zu dritt begleiten sie schließlich den alternden König Lir, der sich aufmacht, den Greif zu besiegen. Natürlich taucht auch in dieser Geschichte das Einhorn zur rechten Zeit auf.

Da beide Geschichten eine normale Lesbarkeit haben und überdies in Wortwahl und Satzbau relativ anspruchsvoll sind, sollte der Leser schon gut mit einer normalen Lesbarkeit zurechtkommen. Die Kapitel sind lang und der Text wird nicht durch Illustrationen begleitet. Man kann das Buch natürlich auch gemeinsam lesen oder sich vorlesen lassen. Die Geschichte bietet viele Gesprächsanlässe und lädt somit ein, sich mit dem Text auseinanderzusetzen. Auch wenn man das Buch noch nicht vollständig alleine lesen kann, erweitert man hiermit auf alle Fälle sein Lesesinnverständnis. Natürlich kann man begleitend auch den Film sehen. Die Filmhandlung deckt sich überwiegend mit dem Buchinhalt, ist aber nicht ganz so ausführlich.
Die Zeilenabstände sind nicht weiter und die Serifenschrift weist eine normale Größe auf. Wer Probleme mit der visuellen Wahrnehmung und Verarbeitung hat, dem empfehle ich das E-Book.

Fazit: Eine märchenhafte Geschichte, wunderschön erzählt. Dieses Buch will gemütlich am Kamin bei einer heißen Tasse Kakao gelesen werden, von daher passt Das letzte Einhorn vielleicht doch ganz gut in die Weihnachtszeit.

 


 

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