Ausgeliebt

Band 1
Dora Heldt
Verlag dtv

Alter: Erwachsene /Wm/ Lesbarkeit: normal-einfach / Textumfang: XXL (348 Seiten)

Wenn man nach zehn Jahren Ehe von seinem Mann per Telefon verlassen wird, dann ist das ein Schock. Genau das passiert Christine eines Abends auf dem schwesterlichen Sofa. Da muss ein Neuanfang her. Der Umzug nach Hamburg ist der erste Schritt – und allmählich begreift Christine, dass das Leben als 40-jährige Singlefrau gar nicht so schlecht ist ... Quelle: Verlag dtv

Leseempfehlung

von Sabine Kruber

Das ist wirklich unschön. Ohne vorher etwas zu ahnen, wird Christine am Telefon von ihrem Mann für eine andere Frau verlassen. Nun steht sie da, ihr bisheriges Leben ist zerbrochen und die Zukunft ist erst mal ein Fragezeichen.
Eigentlich ist dies ein ernstes Thema, aber Dora Heldt geht anders an die Sache heran. Ja, es ist bitter für Christine, dass sie von ihrem Mann verlassen wurde, doch erstaunlich schnell gelingt es ihr, auch dank ihrer Freundinnen und ihrer Familie wieder auf die Beine zu kommen. Auch finanziell hat sie eigentlich keine Probleme. Das mag jetzt ein wenig seicht klingen, aber vielleicht ist es gerade diese Leichtigkeit, die Frauen in solch einer Situation auch Mut machen kann, oder zumindest Ablenkung von der eigenen, vielleicht wesentlich schwierigeren Situation verschafft. An der Realität sollte man das Buch sicher nicht messen, aber es kann einen gut unterhalten und betroffenen Menschen Mut machen, dass solch eine Situation kein Ende, sondern vielmehr ein Neustart ist. Bei dem Roman handelt es sich also eher um eine leichte, flott erzählte Geschichte, die durchaus auch Amüsantes bereithält. Und darüber hinaus werden Hamburg-Kenner den ein oder anderen Ort sicher wiedererkennen.
Ausgeliebt gibt es in mehreren Ausgaben. Für Menschen die Schwierigkeiten mit der visuellen Wahrnehmung und Verarbeitung haben, empfehle ich entweder das E-Book oder die Ausgabe mit etwas größerer Serifenschrift. Hier sind auch die Zeilenabstände etwas weiter (ISBN 978-3-423-25347-5).
Das Buch hat eine normale Lesbarkeit mit einer starken Tendenz zu einer einfachen Lesbarkeit. Schwierigkeiten könnten beim Lesen die vielen Nebenfiguren machen. Diese haben außerdem zum Teil noch recht ähnliche Namen, da ist genaues Lesen gefragt. Zwei Figuren repräsentieren Christines innere Stimmen und stehen für ihre eigene Unsicherheit. Die eine Stimme ist positiv, die andere negativ. Diese beiden Figuren stehen in kursiver Schrift. Wer mit den vielen Namen leicht durcheinander kommt, dem empfehle ich, sich die Namen mit ein paar Eigenschaften der Figuren auf einem Zettel zu notieren.
Auch der Textumfang ist relativ groß (XXL). Das Buch unterteilt sich in zwanzig Kapitel, die alle eine Überschrift haben. Unterstützend kann man auch das Hörbuch einsetzen und den Film sehen. Das Buch wurde 2013 vom ZDF verfilmt.
Wenn man das Buch in einer Lesegruppe oder mit einem Lesepartner gemeinsam liest, können sich interessante Gesprächsanlässe entwickeln, denn das Verhalten der einzelnen Figuren wird nicht hinterfragt und regt vielleicht zum Überdenken der eigenen Position an.

Fazit: Eine leichte und amüsante Lektüre zu einem eigentlich gar nicht so leichten Thema.

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