Frau Else gibt ein Interview

Jürgen Heimlich
Verlag edition naundob

Alter: Jugendliche und Erwachsene /WM/Lesbarkeit: einfach /

Textumfang: (115 S.)

Frau Else atmet kräftig durch.
Ein Filmteam ist auf Besuch.
Else erzählt aus ihrem eigenen Leben.
Von ihren Eltern und ihrer Kindheit.
Von ihrer Jugend und ihrer ersten Liebe.
Von ihrem Sohn Willi und dem Krieg.
Else musste aus Ostpreußen fliehen.
Sie erlebte auf der Flucht viel Schreckliches.
Aber sie überlebte. Quelle: edition naundob

Leseempfehlung

von Sabine Kruber

Frau Elses Geschichte ist wirklich ihre eigene Lebensgeschichte. Heute ist sie eine alte Dame und sie ist aufgeregt, denn ein Filmteam kommt zu ihr und eine junge Journalistin wird sie interviewen. Frau Else erzählt von ihrer Kindheit und Jugend in Ostpreußen, von ihrer großen Liebe, die sie im Zweiten Weltkrieg verlor und von ihrem Sohn Willi, von dem sie auf der furchtbaren Flucht, bei der so viele Menschen starben, getrennt wurde und den sie nie wiedersah.
Dies alles erzählt der Autor Jürgen Heimlich sehr berührend und mit einfacher Sprache.
Die Erzählung wechselt sich dabei zwischen zwei Zeitebenen ab. Zum einen spielt die Handlung in der Jetztzeit und der Leser bekommt mit, wie Else heute lebt und wie aufgeregt sie ist, weil sie interviewt wird. Auf der zweiten Zeitebene nimmt Else den Leser mit in die Vergangenheit. Die Zeitebenen kann man daran erkennen, dass die Kapitel in der Jetztzeit immer mit dem Drehtag betitelt sind. Also erster Drehtag, zweiter Drehtag usw. Die Kapitel, die in der Vergangenheit spielen, haben alle aussagekräftige Überschriften.
Das Buch ist nicht nur in einfacher Sprache erzählt, sondern hat auch eine einfache Lesbarkeit. Schwere Begriffe sind zum Teil mit einer kleinen Zahl versehen und werden am Seitenende erklärt. Diese Schrift ist dann aber sehr klein. Der Textumfang (L) ist schon recht groß. Die Kapitel sind jedoch kurz, meist nur um die fünf bis sechs Seiten bis maximal zehn Seiten.
Die serifenlose Schrift ist etwas größer und die Zeilenabstände sind etwas weiter. Die kurzen Sinnabschnitte sind durch eine Leerzeile gut voneinander abgegrenzt.
Die Geschichte ist vor allem auch für Jugendliche sehr interessant, denn so können sie erfahren, dass es Flucht und Vertreibung auch schon früher gegeben hat. Während des Lesens ergeben sich bestimmt viele Fragen, von daher ist es eine gute Idee, das Buch gemeinsam mit mehreren zu lesen. Die Geschichte eignet sich auch sehr gut in Leseclubs und als Klassenlektüre, aber natürlich auch zum Selberschmökern.

Fazit: Eine sehr berührende in einfacher Sprache erzählte wahre Geschichte, bei der man viel über das Leben in der damaligen Zeit erfährt.

 

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