Mein Sommer mit Mucks

in einfacher Sprache
Stefanie Höfler & Yvette Wagner
Verlag Gulliver von Beltz & Gelberg

Ab 11 Jahren/Wm/Lesbarkeit: einfach/ Textumfang: L(88 Seiten)

Zonja liebt es, im Schwimmbad Leute zu beobachten. Doch an diesem Tag rettet sie Mucks aus dem Wasser: Mit seinen abstehenden Ohren sieht er wie ein Außerirdischer aus. Mucks ist der erste Mensch seit Jahren, der ihr Freund werden könnte. Aber irgendwas stimmt nicht mit ihm. Und es dauert diesen ganzen verrückten Sommer, bis Zonja herausfindet, welches Geheimnis Mucks hat. Quelle: Verlag Beltz und Gelberg

Leseempfehlung

von Sabine Kruber

Mein Sommer mit Mucks - Yvette Wagner hat den von Stefanie Höfler geschriebenen Jugendroman, der 2016 für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und mit dem Leipziger Lesekompass ausgezeichnet wurde, in einfache Sprache übersetzt. Der Text ist dadurch kürzer und einfacher geworden, stilistisch hat sich die Übersetzerin aber sehr gut an das Original gehalten.

Zonja ist eine Außenseiterin und das nicht nur wegen ihres Namens, der mit Z anstatt mit S geschrieben wird. Für eine Zwölfjährige ist sie auch viel zu wissbegierig, findet Zonja jedenfalls, denn das kommt bei anderen Zwölfjährigen, wie es scheint, nicht so gut an. Zonja fallen ständig neue Fragen ein, die sie notiert und auf die sie brennend gerne eine Antwort haben will. Genau so gerne führt sie über alle möglichen Dinge Statistiken und liebt es, Leute zu beobachten, vor allem im Schwimmbad. Dort beobachtet sie in den Sommerferien auch Mucks. Mucks kann anscheinend nicht schwimmen und als er ins Becken fällt, muss Zonja ihn retten.
Mucks ist nett. Sie spielen Scrabble und unterhalten sich über interessante Dinge wie zum Beispiel Sterne. Ja, Mucks könnte Zonjas Freund werden. Doch in manchen Dingen ist Mucks sehr seltsam. Nicht nur, dass er nicht schwimmen kann, er hat auch ständig blaue Flecken und läuft mit Pfefferspray herum. Warum? Zonja würde Mucks zu gerne fragen, aber sie merkt schnell, dass ihre übliche Neugierde und Wissbegierde gar nicht gut ankommt. Werden die Sommerferien ausreichen, um hinter sein Geheimnis zu kommen?

Erzählt wird die Geschichte aus Zonjas Perspektive, die wie gesagt, nicht nur wissbegierig ist, sondern auch ein sehr farbiges und reichhaltiges Innenleben hat. Sie erklärt dem Leser die Welt mit allen möglichen und unmöglichen, manchmal aber auch mit skurrilen Vergleichen. Jedes Kapitel beginnt mit einer von Zonjas vielen Fragen, die mit der eigentlichen Handlung nichts und mit Zonja selbst nur manchmal in einem weitreichenderen Sinne zu tun hat.
Dieses reiche Innenleben macht die Lektüre des Buchs nicht ganz so einfach. Auch die Übersetzung in einfache Sprache hat diese Fragen beibehalten. Das kann schwache Leser verwirren.
Insgesamt hat das Buch aber aufgrund der einfachen Sprache auch eine einfache Lesbarkeit. Der Textumfang liegt bei L und unterteilt sich in vierzehn kurze Kapitel. Die serifenlose Schrift ist etwas größer und die Zeilenabstände sind etwas weiter. Zwischen den Absätzen liegt eine Leerzeile, sodass das Schriftbild angenehm ist. Lesern, die Probleme mit der visuellen Wahrnehmung und Verarbeitung haben, empfehle ich jedoch das E-Book.
Das Buch eignet sich sehr gut für Leser, die gerne über Charaktere mit Tiefgang lesen und die nicht unbedingt eine stark aktionsgeleitete Geschichte brauchen, um an einem Buch Gefallen zu finden. Zusammengefasst passiert in der Geschichte nicht viel, aber das was geschieht, geht unter die Haut.
Thematisch dürften sich von dem Buch eher Mädchen angesprochen fühlen, was natürlich nicht heißt, dass es auch Jungen gibt, die solche Geschichten gerne lesen.

Aufgrund der beiden Ausgaben eignet sich das Buch sehr gut als Klassenlektüre und ist auch für inklusive Klassen geeignet. Da die Kapitelanfänge jedoch schwierig sind, sollten diese immer ein besonderes Augenmerk erhalten.
Will man das Buch als Klassenlektüre verwenden, muss man auf alle Fälle auch  im Hinterkopf behalten, dass es eventuell auch in der eigenen Klasse Kinder mit einer ähnlichen Gewalterfahrung wie Mucks gibt und sollte dafür gewappnet sein.
Zu dem Buch gibt es spezielle Lehrerhandreichungen.

Fazit: Eine feinfühlige, aber auch (trotz der einfachen Sprache) sehr anspruchsvoll erzählte Geschichte zu den Themen Freundschaft und Gewalt.


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