Krogufant

Sara Ball
Verlag Beltz & Gelberg

Alter: ab 3-99 /WM/Lesbarkeit: Lesestart-sehr einfach / Textumfang: Silben-und Wortebene (24 Seiten)

Wer kennt den Kro-gu-fant, das Pan-ka-ru oder das Zi-da-dil?
In diesem von Sara Ball wunderschön illustrierten Klapp-Bilderbuch findet man sie alle wieder: Durch Umklappen der dreiteiligen Seiten lassen sich ganz neue Fantasietiere schaffen. Ihre ungewöhnlichen zusammengesetzten Namen stehen gleich daneben. Insgesamt gibt es über tausend Möglichkeiten, immer neue Wunderwesen zu erfinden.
Quelle: Verlag Beltz & Gelberg

Leseempfehlung

von Sabine Kruber

Wissenschaftliche Abhandlungen über den Krogufanten, den Schimgubock oder das Edadu gibt es vermutlich nicht, aber bestimmt ganz viele fantastische Geschichten über diese doch so seltsamen Geschöpfe. Immerhin, dieses bezaubernde Klappbilder- bzw. Silbenklappbuch erschien bereits 1981 und ist wahrlich ein echter Klassiker.
Sara Ball arbeitete zunächst als wissenschaftliche Zeichnerin für die Prähistorische Staatssammlung und das Landesamt für Denkmalpflege in München, bevor sie ab 1971 freischaffende Künstlerin wurde.
Die wunderschönen Tierzeichnungen begeistern Klein und Groß. So richtig lustig wird dieses Buch aber dadurch, dass die Tiere dreigeteilt sind und immer wieder aus anderen Kopf-, Ober- und Unterkörpern neu zusammengesetzt werden können. Das sieht nicht nur lustig aus, das klingt auch lustig, denn die Namen dieser neuen Tierschöpfungen lassen sich jeweils auf der linken Seite ablesen.
Die Silben sind in einer sehr großen serifenlosen Schrift geschrieben, die jedoch nicht farbig gefüllt ist. Falls der Kontrast zum Hintergrund dadurch nicht stark genug ist, und beim Lesen irritiert, empfehle ich, die Buchstaben mit einem geeigneten Stift auszumalen.

Krogufant ist für Kinder ab 3 Jahren, daher ist es aus wirklich stabiler Pappe und dürfte so einiges aushalten.
Jüngere Kinder erfassen über die Bilder die neuen Tiernamen. Daher eignet sich dieses Buch auch hervorragend für eine spielerische und amüsante Sprachförderung. Kinder im Vorschulalter können schon die einzelnen Silben erfassen und trainieren somit ihre phonologische Bewusstheit. Für Erstleser und leseschwache Kinder eignet sich das Buch wiederum hervorragend, um Silben zu lesen und diese zu immer neuen Wörtern zusammenzusetzen. Die Lesbarkeit liegt je nach Kreation bei Lesestart -sehr einfach. Kinder, die sich mit komplexeren Silbenstrukturen noch etwas schwer tun, können mit diesem Buch ganz hervorragend Lesen üben, ohne dabei den Spaß zu verlieren. Die vielen Variationen fordern ein sehr genaues Lesen. Selbst Kinder, die schnell zum Raten neigen, lesen hier meist automatisch sehr genau, da sie Raten in diesem Fall überhaupt nicht weiterbringen würde.
Eine schöne Leseübung ist das Vorgeben von Fantasietieren, die das Kind dann im Buch finden muss. Wenn man zwei Buchexemplare hat, kann man dies abwechselnd spielen. Spieler 1 kreiert ein Tier und liest es vor. Spieler 2 muss es nachbauen. Hinterher kann man vergleichen, ob jeder dieselbe Kreation hat.

Und was macht man mit all den verrückten Tiernamen? Man kann sich tolle Abenteuer mit ihnen ausdenken, die man sich gegenseitig erzählen kann. Das fördert die Sprachkompetenz. Man kann diese Geschichten natürlich auch aufschreiben, wenn man mag.

Hm, vielleicht entsteht dann ja irgendwann doch noch mal eine wissenschaftliche Abhandlung über den Krogufanten, den Schimgubock oder das Edadu.

 

weitere Lesetipps

Das verrückte Schimpfwörter-ABC
Regina Schwarz & Michael Schober
Esslinger Verlag

Die verrückten Silbenwesen
Ursula Bredel et al & Franziska Kalch u.a.
Mildenberger Verlag