Der Punkt

Peter H. Reynolds
Gerstenberg Verlag

Alter ab 4/WM/ Lesbarkeit: sehr einfach-einfach / Textumfang: M (32 Seiten)

Ina ist sicher, dass sie nicht malen kann. Als sie trotzdem etwas malen soll, passiert Erstaunliches. Peter H. Reynolds ermutigt alle, an die eigene Kreativität zu glauben und einfach mal loszulegen. Quelle: Gerstenberg Verlag

Leseempfehlung

von Sabine Kruber

Ina ist davon überzeugt, dass sie nicht malen kann. Trotzig schleudert sie ihrer Lehrerin ein „Ich kann das nicht“ entgegen. Aber die Lehrerin lässt sich nicht beirren.
Um ihr zu beweisen, dass sie nicht malen kann, setzt Ina einen wütenden Punkt auf das weiße Papier. Ina ahnt nicht, was dieser kleine Punkt alles aus ihr herauslocken wird. Ganz im Gegensatz zu ihrer Lehrerin, die fest an Ina glaubt.
Die Illustrationen im Buch fokussieren das Wesentliche. Am Anfang dominieren Grautöne, die Inas Stimmung entsprechen. Doch je mehr Ina sich zutraut, desto bunter wird es. Auch die Sprache ist kurz und prägnant und bringt es, gleichbedeutend mit dem Buchtitel, auf den Punkt.
Peter H. Reynolds hat mit Der Punkt eine unglaubliche Mutmachgeschichte geschrieben. Wie viele Kinder mit wenig Selbstvertrauen gibt es, und wie oft wurde ihr Selbstvertrauen durch die Erwachsenen zerstört? Dieses Buch ist nicht nur für Kinder, es ist auch und gerade für Erwachsene. Es regt zum Nachdenken an, was unbedacht gesprochene Worte alles anrichten können und wie einfach es im Grunde genommen ist, die richtigen Impulse zu setzen, die Mut machen und helfen, Hemmungen abzubauen. Motivieren, nicht demotivieren!
Die Aussage dieses Buchs geht weit über das Malen hinaus. Sie gilt für alle Situationen, in denen Menschen der Mut fehlt und der Glaube an sich selbst: lesen, schreiben, Fahrrad fahren, singen und noch viel mehr ...
Dieses Buch ist auch wieder mal ein wunderbares Beispiel dafür, dass Bilderbücher häufig die besseren Erstlesebücher sind. Ina ist ein Schulkind und die Situation spielt in der Schule. Von daher werden sich gerade auch Grundschüler für die Geschichte begeistern können. Hinzu kommt, dass der Text eine sehr einfache bis einfache Lesbarkeit und eine hohe Redundanz von Schlüsselwörtern hat. Die Sätze sind kurz und die Illustrationen unterstützen das Lesesinnverständnis sehr gut. Bei der Schrift handelt es sich um eine imitierte serifenlose handgeschriebene Druckschrift in einer für Erstleser und leseschwache Kinder angenehmen Größe. Hinzu kommt, dass auch die Zeilenabstände weiter sind.

Fazit: Der Punkt ist ein richtig tolles Buch zum Mutmachen, gerade auch für Kinder mit wenig Selbstbewusstsein. Ganz egal, was man sich nicht zutraut: malen, lesen schreiben ...

 

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