Sherlock - Ein Fall von Pink

Band 1

Steven Moffat & Mark Gatiss & Jay
Carlsen Verlag (Manga)

Alter: 15-99 /WM/ Lesbarkeit: normal-einfach/Textumfang: L (212 Seiten)

Der Militärarzt John Watson kehrt verwundet aus dem Afghanistankrieg nach London zurück. Auf der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung lernt er den schrägen Sherlock Holmes kennen. Kurzentschlossen zieht Watson zu Holmes in die 221B Baker Street.
Kurz darauf ereignet sich eine merkwürdige Reihe von Todesfällen, zusammenhängende Selbstmorde, wie von Detective Inspector Lestrade vermutet wird. Sherlock wird als inoffizieller Berater der Polizei hinzugezogen und dieser zieht Watson hinzu, da er den Forensiker der Polizei hasst.
Der Tatort ist ganz in Pink gehalten und bietet eindeutige Hinweise auf einen Serienmord...Quelle: Carlasen Verlag

Leseempfehlung

von Sabine Kruber

Sherlock Holmes im London von heute! Sherlock Holmes hält sich selbst für ein Genie und den anderen für überlegen. Er braucht seine Mitmenschen nicht unbedingt und versteht sie auch nicht, aber er liebt es, kniffelige Kriminalfälle zu lösen. Mit 0815 Kriminalfällen gibt er sich hingegen nicht ab. Seine besondere Gabe liegt in der Deduktion. Nach Aristoteles versteht man unter Deduktion die Schlussfolgerung vom Allgemeinen auf das Besondere. Schon aus winzigen, scheinbar belanglosen Eigenschaften zieht Sherlock immer wieder, zum Erstaunen seiner Mitmenschen, wichtige Schlüsse, die ihn letztendlich den Fall lösen lassen.
Mit einem Menschen wie Sherlock ist nicht so einfach auszukommen. Wer würde sich da mit ihm seine Wohnung in der Baker Street 221B teilen? London ist teuer.
Da trifft es sich gut, dass Dr. John Watson in London ebenfalls eine Unterkunft sucht.
Dr. Watson war Militärarzt in Afghanistan. Traumatisiert kehrte er von dort zurück und versucht nun in London wieder Fuß zu fassen. Obwohl Sherlock in ihm sofort wie in einem offenen Buch liest, ist Watson fasziniert. Er zieht nicht nur bei Sherlock ein, sondern wird auch gleich sein Assistent.
In ihrem ersten gemeinsamen Fall haben es Sherlock und Watson gleich mit einer Reihe von Serienselbstmorden zu tun. Aber handelt es sich dabei wirklich um Selbstmorde? Vielleicht wird ja die Tote, die eine Vorliebe für Pink hatte, Aufschluss bringen.
Sherlock Holmes als Manga. Als Vorlage diente hierbei die TV-Serie Sherlock mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman. Die Figuren der Serie wurden nicht im typischen Mangastil gezeichnet, sondern sind sehr naturgetreu. Man kann die einzelnen Schauspieler sehr gut erkennen, dies gilt vor allem für Sherlock selbst. Die Illustrationen sind bis auf die ersten paar Seiten alle schwarz-weiß. Die einzelnen Panels wurden mit dicken Rahmen gut voneinander abgegrenzt.
Das Buch orientiert sich außerdem auch in der Handlung an der Serie, was man an den harten Schnitten bzw. dem Szenenwechsel gut erkennen kann. Für einen Leser, der die TV-Vorlage nicht gesehen hat, kann daher der Anfang verwirrend sein, da auf jeder Doppelseite in eine andere Szene gesprungen wird.
Für mangaunerfahrene Leser ist aber vor allem die Leserichtung kniffelig. Schlägt man das Buch dort auf, wo für uns normalerweise vorne ist, dann liest man als erstes HALT! und wird dann sogleich darüber aufgeklärt, dass ein Manga ein japanischer Comic ist und somit von hinten nach vorne und von rechts oben nach links unten gelesen wird. Daran muss man sich wirklich erst einmal gewöhnen. Nach einer Weile geht es aber recht gut.
Überwiegend verteilt sich der Text in Form von Sprechblasen über die Seiten. Der Textumfang ist pro Seite eher gering. Vereinzelt kommt es aber auch zu längeren, etwas komplexeren Monologen. Vor allem Sherlocks Monologe sind nicht immer ganz einfach zu verstehen. Insgesamt liegt die Lesbarkeit bei normal. Durch die starke Bildunterstützung gibt es aber noch eine leichte Tendenz zu einer einfachen Lesbarkeit.
Bei der Schrift handelt es sich um serifenlose Großbuchstaben. Wie bei Comics jedoch leider häufig üblich, stehen die Buchstaben sehr dicht nebeneinander und die Schrift ist überwiegend relativ klein. Nur manchmal wird die Schrift größer und dicker. Zum Teil steht der Text auch auf unruhigem oder dunklem Hintergrund. Ich empfehle daher eine Leselupe, falls man Probleme mit der visuellen Wahrnehmung und Verarbeitung hat.

Fazit: Sherlock Holmes ist als Manga ein gelungener Einstieg und spannend zu lesen. Für alle Fans der TV-Serie und Sherlock-Holmes-Fans auf alle Fälle ein Muss.

 

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Sherlock Holmes - Das gesprenkelte Band
Arthur Conan Doyle
übersetzt in einfache Sprache: Helene Bakker & Bettina Stoll
Spaß am Lesen Verlag

 

 

 

 

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