Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat

Marc-Uwe Kling & Astrid Henn
Carlsen Verlag

Alter 6-99 /WM/Lesbarkeit: sehr einfach - einfach / Textumfang: L (72 Seiten)

„Da hatte Tiffany EIN MAL auf die Oma aufpassen sollen. Und ausgerechnet HEUTE hatte die Oma das Internet KAPUTT machen müssen. DAS GANZE INTERNET. Auf der ganzen Welt. Na toll ...“ Quelle: Carlsen Verlag

Leseempfehlung

von Sabine Kruber

Tja, was passiert eigentlich, wenn plötzlich das Internet ausfällt? Das ganze Internet. Auf der ganzen Welt. Mit dieser Frage hat sich Marc-Uwe Kling beschäftigt. Der Autor dürfte vielen Lesern durch seine Känguru-Chroniken bekannt sein.
In einem kindgerechten und sehr witzigen Szenario, wenn auch etwas übertrieben (aber das macht nichts), zeigt er mögliche Folgen auf, die die Lebenswelt der Kinder betreffen. Die Verursacherin ist natürlich schnell gefunden. Die Oma war‘s. Ausversehen.
Der Autor zeigt sehr schön auf, wie viel Zeit uns das Internet kostet, Zeit, die wir eigentlich viel besser nutzen könnten, um miteinander etwas zu unternehmen. Vielleicht ist es da ja gar nicht so schlecht, dass die Oma das Internet kaputt gemacht hat.
Nicht nur Kinder werden an dem Buch ihren Spaß haben. Erwachsene Leser finden viele versteckte Hinweise. Da gibt es zum Beispiel eine Zusestraße. In den Illustrationen verstecken sich ein wenig abgewandelte Zitate von bekannten Personen. Des Weiteren findet man auch kleine Hinweise auf die Känguru-Chroniken oder die anderen Kinderbücher von Marc-Uwe Kling. Die sind jedoch so dezent, dass sie die Geschichte nicht stören, wenn man die anderen Bücher des Autors nicht kennt.
Das Buch spricht Leser verschiedener Altersgruppen an. Es eignet sich hervorragend zum Vorlesen, ist aber auch ein sehr gutes Erstlesebuch für Leser, die mit einem etwas umfangreicheren Text (L) schon gut zurechtkommen.
Die Lesbarkeit ist sehr einfach bis einfach. Die Sätze sind häufig sehr kurz und insgesamt liegt eine erhöhte Wort- und Satzredundanz vor, die zum Stil von Marc-Uwe Kling gehört und den Text erst richtig witzig macht. Das Buch eignet sich also auch hervorragend für ältere Kinder, die noch Schwierigkeiten mit dem Lesen haben. Die erhöhte Redundanz erleichtert das Sinn verstehende Lesen. Unterstützend kann man auch das Hörbuch einsetzen.
Der Text ist in viele bunte Illustrationen eingebettet, die Serifenschrift ist etwas größer und die Zeilenabstände sind etwas weiter.

Fazit: Ein Lesespaß für die ganze Familie und eine gute Gelegenheit Smartphone, Computer und Co. mal zur Seite zu legen, um gemeinsam etwas zu lesen.