Das Wunder von Bern

Marion Döbert
nach einem Film von Sönke Wortmann
Spaß am Lesen Verlag

Alter: Jugendliche u. Erwachsene /WM/Lesbarkeit: einfach / Textumfang: (120 S.)

Deutschland im Jahr 1954. Alle warten gespannt auf die Fußball-Welt-Meisterschaft. Wird Deutschland mit dabei sein? Wird Deutschland gewinnen? Das fragt sich auch der elf-jährige Matthias Lubanski. Er verehrt den Fußball-Spieler Helmut Rahn wie einen Vater. Eines Tages aber taucht sein echter Vater Richard wieder auf. Elf Jahre war er in russischer Kriegs-Gefangenschaft. So dramatisch die Welt-Meisterschaft für ein ganzes Land ist, so dramatisch verändert sich der Alltag für die Familie Lubanski. Quelle: Spaß am Lesen Verlag

Leseempfehlung

von Sabine Kruber

1954 gewann die deutsche Nationalmannschaft die Fußballweltmeisterschaft in der Schweiz. Zu dieser Zeit ging es Deutschland zwar schon wieder besser, viele Familienangehörige galten aber noch als verschollen und es herrschte neben dem Aufschwung auch noch Mangel.
An einen Sieg über die ungarische Nationalmannschaft hatte niemand so recht geglaubt. Doch als dieses Wunder von Bern geschah, war dies das erste große Ereignis nach dem Krieg, worüber die Deutschen sich endlich wieder freuen konnten und worauf sie stolz waren. Es war so etwas Besonderes, dass dieses Ereignis bis heute noch präsent ist und 2003 von Sönke Wortmann verfilmt wurde.
Marion Döbert hat nun anhand des Films ein Buch in einfacher Sprache geschrieben. Die Geschichte ist nicht nur für Fußballfans interessant, denn sie gibt einen guten Einblick in die Lebensumstände jener Zeit. Erzählt wird die Geschichte der Familie Lubanski. Im Fokus steht hierbei besonders der jüngste Sohn Matthes, der den Fußballspieler Helmut Rahn als Vaterfigur sieht und in Konflikt gerät, als sein leibhaftiger Vater aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrt, den er bisher nie kennengelernt hat. In der Zeit, in der die Fußballweltmeisterschaft stattfindet, versucht der kriegstraumatisierte Vater in seiner Familie, die ihm fremd geworden ist, wieder Fuß zu fassen. Dies ist für niemanden leicht und es kommt zu Konflikten. Über den Fußball und die Weltmeisterschaft gelingt es Matthes und seinem Vater aber schließlich, eine Beziehung zueinander aufzubauen.
Marion Döbert erzählt sehr anschaulich und in einer zwar einfachen aber sehr schönen Sprache die Geschichte von Matthes und seiner Familie in Zeiten der Fußballweltmeisterschaft. Das einzige, was beim Lesen, vor allem am Anfang verwirrt, ist die Erzählperspektive. Der Erzähler zählt sich zu den Kindern der Familie Lubanski und spricht in der wir-Form. Es wird jedoch nicht klar, wer er ist, da er sich nicht selber vorstellt. Die wir-Form ist vor allem am Anfang des Buches ziemlich ausgeprägt. Später taucht sie nur noch gelegentlich auf. Auch wenn die Perspektive unklar bleibt, die Verständlichkeit schränkt sie nicht ein.
Der Roman hat eine einfache Lesbarkeit. Die Kapitel sind kurz und umfassen meist nicht mehr als maximal fünf Seiten. Zwischendurch lässt sich beim Lesen sehr gut pausieren.
Der Text ist in einem sehr leserfreundlichen Flattersatz gesetzt. Die serifenlose Schrift ist etwas größer und die Zeilenabstände sind etwas weiter. Die Absätze sind gut voneinander abgegrenzt, sodass die Textmenge pro Seite sehr übersichtlich ist. Schwere Wörter wurden im Text unterstrichen, und am Ende des Buches lassen sie sich in einer Wörterliste nachschlagen, in der sie näher erklärt werden. So eignet sich dieses Buch nicht nur für leseschwache Menschen, sondern auch für Leser, die Deutsch lernen.
Am Ende des Buchs steht außerdem noch ein Nachwort der Aktion Mensch, in der u.a. noch ein wenig auf die Zeit eingegangen wird, in der die Fußballweltmeisterschaft stattgefunden hat.
Das Wunder von Bern ist ein spannendes Buch – nicht nur für Fußballfans, sondern für alle, die an Zeitgeschichte interessiert sind.

 

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